Grundbegriffe zur Rhythmik

Der Grundschlag


Theorie

Der Grundschlag, auch Puls genannt, besteht aus gleichmäßigen Impulsen,  welche  in ihrer Geschwindigkeit konstant bleiben und das Tempo der Musik bestimmen.

Das Tempo wird häufig in Schlägen pro Minute angegeben, also in bpm (beats per minute).

In vielen Fällen orientiert sich der Grundschlag an Viertelnoten, es sind aber auch andere Notenwerte möglich.

Wichtig ist, dass alle Impulse gleichmäßig und gleichwertig sind. Es gibt keine Betonungen, wie beispielsweise in den verschiedenen Taktarten, welche im folgenden erläutert werden...

didaktischer Hinweis

Kinder verstehen den Grundschlag am besten über Bewegung. Ein Lied wird abgespielt und die Kinder bewegen sich dazu, zum Beispiel durch Klatschen oder Gehen.

Im Anschluss kann gemeinsam überlegt werden, was aufgefallen ist. So wird deutlich, dass es in der Musik einen gleichbleibenden/gleichmäßigen Impuls gibt, der durchgehend vorhanden ist.

 

Der Takt und das Metrum

Theorie

Der Takt fasst die Impulse zu gleich großen Gruppen zusammen, welche (bspw.) im Musikstück  aneinandergereiht sind. 

Innerhalb dieser Gruppen entsteht durch das Metrum eine feste Ordnung von Betonungen. Bestimmte Zählzeiten werden hervorgehoben, andere bleiben unbetont. Dieses Muster wiederholt sich durch das gesamte Musikstück.

Die Taktart gibt an, wie viele Noten eines bestimmten Notenwertes in einen Takt passen. Die obere Zahl zeigt die Anzahl, die untere Zahl den Notenwert. Ist die untere Zahl eine vier, so handelt es sich bei dem Notenwert um die Viertelnote, eine 2 steht für die halbe Note, eine 8 für die Achtelnote...

Generell ist die Hauptbetonung bei jedem Takt (und jeder Taktart) immer auf die Zählzeit eins!

Je nach Taktart unterscheidet sich dann also die Betonung der weiteren Zählzeiten -> also ob diese betont oder unbetont sind. 

Im Vier-Viertel-Takt passen vier Viertelnoten in einen Takt. Die Betonung liegt auf der ersten und auf der dritten Zählzeit. (Wobei die Betonung auf der dritten Zählzeit etwas schwächer ist als die auf der ersten -> also:  stark - schwach - mittel - schwach (...)

Bei einem 2/4 - Takt sowie bei dem 3/4- Takt ist die Betonung auf 1. 

didaktischer Hinweis

Um den Takt verständlich zu machen, hilft ein anschauliches Bild. Ein Musikstück kann in Kisten eingeteilt werden, die hintereinander angeordnet sind.

Ein möglicher Einstieg ist ein bewusstes Durcheinander. Dafür können zum Beispiel Viertelnoten ausgedruckt und ausgeschnitten werden. Diese werden ungeordnet in die Mitte gelegt. Gemeinsam kann überlegt werden, warum es schwierig ist, hier den Überblick zu behalten.

Im nächsten Schritt werden die Noten in Kisten sortiert. Dabei wird erklärt, dass in jede Kiste nur eine festgelegte Anzahl an Noten gehört. (Bspw.: Im Vier-Viertel-Takt -> vier Viertelnoten).

So wird deutlich, dass diese Einteilung hilft, Musik übersichtlich zu gliedern und sich besser zu orientieren.

Zusätzlich kann das Betonungsmuster durch Bewegung erfahrbar gemacht werden. Beim Klatschen oder Gehen können einzelne Zählzeiten hervorgehoben werden. So wird der Unterschied zwischen gleichmäßigen Impulsen und betonten Zählzeiten deutlich.

Der Rhythmus

Theorie

Rhythmus bezeichnet die Abfolge unterschiedlich langer Töne und Pausen. Er entsteht dadurch, dass Notenwerte  miteinander kombiniert werden.

Notenwerte geben an, wie lange ein Ton im Verhältnis zu anderen Tönen dauert. Sie zeigen also nicht eine feste Dauer, sondern ein Verhältnis. Wie lange ein Ton tatsächlich klingt, hängt vom Tempo des Musikstücks ab (vgl. oben (Grundschlag -> bpm)).

didaktischer Hinweis

Für Kinder ist es zunächst schwer zu verstehen, wie lange ein Ton wirklich dauert. Deshalb hilft es, Notenwerte mit einfachen Begriffen zu verbinden.

Ein möglicher Einstieg ist die Unterscheidung in „lang“ und „kurz“. So kann ein Rhythmus zunächst sprachlich umgesetzt werden, zum Beispiel Viertel; Viertel; Achtel ist dann lang; lang; kurz.

Eine weitere Möglichkeit bieten Silben wie bei den Kodály-Zeichen. Hier erhält jeder Notenwert eine eigene Sprechsilbe. Dadurch können Kinder Rhythmen leichter lesen und umsetzen, ohne sie sofort abstrakt erfassen zu müssen (hierbei ist jedoch eine konstante Einbindung in den Unterricht erforderlich!)

Ganz typisch sind für Rhythmen natürlich auch die Rhythmusbausteine (relevant Klasse 1-2 vgl. LehrplanPLUS Bayern)

Hierzu habe ich dir eine tolle Übersicht erstellt! Klicke hier

Hilfreich ist außerdem der Verweis auf eine Notenwertübersicht (wie beispielsweise die Notenwert-Pyramide). Diese zeigt anschaulich, wie sich die Notenwerte zueinander verhalten und dass sie sich systematisch unterteilen.

Was heißt das jetzt alles?!


Der Grundschlag liefert gleichmäßige Impulse und gibt das Tempo vor.
Der Takt ordnet diese Impulse in gleich große Gruppen.
Das Metrum legt fest, welche Zählzeiten betont werden.
Der Rhythmus füllt diese Struktur mit unterschiedlichen Notenwerten und Pausen.