Sachunterricht im Examen

Bei dieser Staatsexamensprüfung handelt es sich um eine 30-minütige mündliche Prüfung. Die Inhalte lassen sich laut LPO I in folgende Bereiche unterteilen:

  • den Bildungswert des Sachunterrichts beurteilen

  • Aufgaben des Sachunterrichts sowie die Auswahl und Strukturierung seiner Inhalte verstehen

  • erklären, wie Wissen, Können, Verstehen, Interesse und Haltungen bei Kindern gefördert werden können

  • Konzeptionen des Sachunterrichts darstellen, analysieren und bewerten

  • Unterrichtsvorhaben im Sachunterricht planen und reflektieren

Das findest du unter ... 

Für die Vorbereitung lassen sich daraus drei größere Themenfelder ableiten:


A) Grundlagen des Lernens und Lehrens im Sachunterricht

Hier geht es darum, wie Kinder lernen und welche Bedeutung das für den Sachunterricht hat. Mögliche Schwerpunkte sind zum Beispiel:

  • Lernen aus konstruktivistischer Perspektive

  • Lernen und Interesse

  • der Perspektivrahmen Sachunterricht

  • (inklusions-)didaktische Netze nach Kahlert

  • grundlegende Bildung im Sachunterricht

  • Gesundheitserziehung

B) Entwicklung und Konzeptionen des Sachunterrichts

In diesem Themenfeld beschäftigen wir uns damit, wie sich der Sachunterricht entwickelt hat und welche Vorstellungen von gutem Sachunterricht dahinterstehen. Mögliche Schwerpunkte sind:

  • die Vorläufer der Heimatkunde und die Heimatkunde

  • wissenschaftsorientierter Sachunterricht

  • begriffs- und konzeptorientierte Ansätze

  • Wissenschaftsverständnis im Sachunterricht

  • offener und mehrperspektivischer Sachunterricht

C) Themen und Methoden im Sachunterricht

Hier steht im Mittelpunkt, wie sich Inhalte im Sachunterricht gestalten und mit Kindern erarbeiten lassen. Mögliche Schwerpunkte sind:

  • problemorientiertes, handlungsorientiertes und entdeckendes Lernen

  • Projekte im Sachunterricht

  • fachgemäße Arbeitsweisen, zum Beispiel Experimentieren, Beobachten und Befragen

  • Medien im Sachunterricht

  • die Bedeutung außerschulischer Lernorte

Doch was ist "Sachunterricht" überhaupt? 

Bereits bei der Bezeichnung des Faches zeigen sich Unterschiede. In Bayern beispielsweise spricht man vom „Heimat- und Sachunterricht“, kurz HSU. In Thüringen wird das Fach hingegen als „Heimat- und Sachkunde“ bezeichnet. Eine bundesweit einheitliche Fachbezeichnung gibt es nicht. Dabei begegnen uns die Begriffe „Heimat“, „Sache“, „Unterricht“ und „Kunde“ in unterschiedlichen Zusammensetzungen.

Doch was genau ist darunter zu verstehen? Eine erste Annäherung bietet der Begriff der Heimatkunde. Einen Definitionsversuch formuliert Katzenberger (vgl. Katzenberger (1975), zitiert nach Ragaller (2010), S. 95).

„Man versteht unter Heimatkunde jenen anschaulichen, konkreten, kind- und erlebniszentrierten, auf Selbsttätigkeit bedachten, volkstümlich ausgerichteten Unterricht der ersten vier Grundschuljahre, der die nächsten Bezüge des Kindes zu seiner Person- und Sachwelt in ganzheitlicher Schau und gemütsbildener Weise zu erschließen versucht mit der Intention, dass der heranwachsende Mensch seine Heimat schätzen und lieben lernt.“

Heimatkunde wird dabei als anschaulicher und konkreter Unterricht der ersten vier Grundschuljahre beschrieben, der sich am Kind und seinen Erlebnissen orientiert. Die Kinder sollen selbst tätig werden und ihre unmittelbare Personen- und Sachwelt in ihren Zusammenhängen erschließen. Zugleich ist dieser Unterricht auf die Entwicklung einer emotionalen Beziehung zur Heimat ausgerichtet. Die Kinder sollen ihre Heimat schätzen und lieben lernen.

 

Der Bildungsauftrag...

Quellen

Katzenberger, Lothar F. (1975): Der Sachunterricht der Grundschule. In: Katzenberger, Lothar F. (Hrsg.): Der Sachunterricht der Grundschule in Theorie und Praxis. Ein Handbuch für Studierende und Lehrer. Band 2. Ansbach: Verlag Michael Prögel, S. 11–80. [1]