Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik
Was wird in der schriftlichen Prüfung erwartet...
Es handelt sich um eine vierstündige Klausur, in der du eine von sechs Thesen in Form eines Essays bearbeitest. Dabei solltest du Folgendes beachten:
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Die Begriffe, die in der These verwendet werden, müssen definiert werden. Das gilt auch für Begriffe, die du selbst in deiner Argumentation verwendest, sofern sie für das Verständnis deiner Aussagen wichtig sind.
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Dein Text sollte Bezüge zu relevanten Theorien und Forschungsergebnissen enthalten. Ohne solche Bezüge sind deine Argumente schwer nachzuvollziehen und fachlich nicht ausreichend begründet.
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Der Bezug zur Praxis ist unverzichtbar. Du solltest zeigen, wie sich die dargestellten Theorien im Schulalltag anwenden lassen. Wie beim EWS-Examen musst du die Theorien und Forschungsergebnisse, auf die du dich beziehst, mit Quellen belegen. Aber keine Angst: Dabei werde ich dir natürlich helfen ;)
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Ein Essay ist zwar eine etwas freiere Textform. Dennoch ist es wichtig, mit einer Einleitung zu beginnen und mit einem Schluss zu enden. Das hilft dir dabei, deinen Text zu strukturieren.
- Einleitung
- Hauptteil
- Begriffe aus der Aufgabenstellung klären/definieren
- These: begründen/erörtern/erläutern bzw. erklären
(Achte auf die Operatoren! In den meisten Fällen musst du Argumente finden (meist pro und contra), denn:
Thesen sollten immer aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden. So zeigst du, dass du dich ausgiebig und reflektiert mit den Themenfeldern beschäftigt hast. - Bezug zur Praxis (Achte auf die Aufgabenstellung! Unterschied zwischen Unterrichtsstunde/Tag/Woche -> beantworte nur das, was explizit gefragt ist).
Das Praxisbeispiel sollte IMMER sinnvoll gerahmt sein (In welchem Fach?/In welcher Jahrgangsstufe?/Welches Thema? etc.).
Außerdem wird hier implizit gefordert sich auf ausgeführte Theorien/Modelle etc. zu beziehen. Hier darf/soll man Rückbezüge zu den jeweiligen Kapiteln ziehen. Das zeigt, dass man Theorie und Praxis wunderbar vernetzen kann.
- Fazit/Schluss
Was ist Grundschulpädagogik?
Die Grundschulpädagogik beschäftigt sich mit Bildung, Erziehung und Lernen in der Grundschule. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie grundlegende Bildung für alle Kinder ermöglicht werden kann. Dabei bringen die Kinder unterschiedliche Voraussetzungen, Erfahrungen und Interessen mit.
Nach Einsiedler et al. (2014) lassen sich vier inhaltliche Bereiche unterscheiden:
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Rahmenbedingungen und Geschichte der Grundschule
Hier geht es darum, wie die Grundschule organisiert ist, unter welchen Bedingungen Unterricht stattfindet und wie sich die Grundschule historisch entwickelt hat. -
Pädagogisches Handeln in der Grundschule
Dieser Bereich beschäftigt sich mit der Erziehung und Begleitung der Kinder. Dazu gehören beispielsweise die Gestaltung von Beziehungen, das soziale Lernen und die Unterstützung der individuellen Entwicklung. -
Bildungsziele und Inhalte der Grundschule
Hier wird gefragt, welche Bildung die Grundschule ermöglichen soll und welche Ziele und Inhalte sich daraus ergeben. Dazu gehören bildungstheoretische Überlegungen sowie das Curriculum und der Lehrplan. -
Gestaltung von Unterricht und Lernprozessen
Dieser Bereich umfasst die Planung und Gestaltung des Unterrichts. Im Mittelpunkt steht beispielsweise, welche Aufgaben, Materialien und Methoden geeignet sind, um das Lernen der Kinder zu unterstützen.
Um diese Bereiche zu verstehen, nutzt die Grundschulpädagogik verschiedene theoretische Blickwinkel. Dazu gehören grundlegende Vorstellungen vom Menschen und vom Kind (Anthropologie), gesellschaftliche Bedingungen des Aufwachsens (bspw. Soziologie) sowie Erkenntnisse über die Entwicklung und das Lernen von Kindern (Allgemeine Pädagogik, Psychologie etc.). Auch fachdidaktische und medienpädagogische Erkenntnisse spielen eine Rolle (Einsiedler et al., 2014).
Die Grundschulpädagogik ist deshalb eng mit anderen Wissenschaften verbunden. Dazu zählen des Weiteren die Kindheitsforschung, die Elementarpädagogik, die Schulpädagogik, und die Fachdidaktiken.
Was die Grundschulpädagogik als eigene Wissenschaft ausmacht, ist ihr besonderer Blick auf die Grundbildung in der ersten öffentlichen Pflichtschule für alle Kinder. Sie beschreibt und untersucht, was diese Grundbildung umfasst und wie sie ermöglicht werden kann (Götz, Miller, Einsiedler & Vogt, 2018).
In der Kürze liegt die Würze...
Die Grundschulpädagogik beschäftigt sich mit Bildung, Erziehung und Lernen in der Grundschule. Ihr besonderer Gegenstand ist die Grundbildung aller Kinder. Sie untersucht die Rahmenbedingungen, die Bildungsziele und das pädagogische sowie didaktisch-methodische Handeln und nutzt dafür Erkenntnisse verschiedener Wissenschaften.
Quellen
- Einsiedler, Wolfgang / Götz, Margarete / Hartinger, Andreas / Heinzel, Friederike / Kahlert, Joachim / Sandfuchs, Uwe (Hg.) (2014): Handbuch Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik. 4. Aufl. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
- Götz, M., Miller, S., Einsiedler, W., & Vogt, M. (2017). Diskussionspapier zum Selbstverständnis der Grundschulpädagogik als wissenschaftliche Disziplin. In S. Miller et.al. (Ed.), Jahrbuch Grundschulforschung. Profession und Disziplin - Grundschulpädagogik im Diskurs (pp. 81-91). Wiesbaden: Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-658-13502-7
Die besondere Rolle der Grundschule...
- Grundlegende Bildung:
Die Grundschule ist die erste Schule, die Kinder besuchen. Deshalb vermittelt sie nicht nur fachliche Inhalte, sondern führt die Kinder zunächst in das schulische Lernen ein. Sie lernen beispielsweise, Aufgaben zu bearbeiten, gemeinsam zu lernen und sich im Schulalltag zurechtzufinden (vgl. Schorch, 2007, S.62).
Sie hat das Ziel einer Grundlegenden Bildung aller Kinder. Zur Grundlegenden Bildung gehören vier elementare Dinge:- gemeinsame Bildung für alle
- gemeinsamer Grundstock
- Beginn der Allgemeinbildung
- Stärkung der Persönlichkeit
- Multiperspektivischer Bildungsauftrag:
Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule ist multiperspektivisch, weil er fachliches Lernen, Persönlichkeitsentwicklung, soziales Lernen, Wertebildung und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbindet.
Siehe hierzu den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Grundschule
- Heterogenität:
Die Heterogenität der SchülerInnen ist in der Grundschule besonders groß
- Anforderungen an den LehrerInnenberuf (vgl. Terhart, 2014):
- Wissen über den Umgang mit Heterogenität
- Erkennen individueller Lern- und Förderbedürfnisse
- Bereitstellen individualisierter Lernmöglichkeiten
- Kooperationsfähigkeit (Eltern, soziale Einrichtungen etc.)
- fachliche Kenntnisse
Quellen
- Schorch, G. (2007). Studienbuch Grundschulpädagogik. Die Grundschule als Bildungsinstitution und pädagogisches Handlungsfeld. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
- LehrplanPLUS - Grundschule - Bildungs- und Erziehungsauftrag
- Terhart, E. (2014). Grundschularbeit als Beruf. In W. Einsiedler, M. Götz, A. Hartinger, F. Heinzel, J. Kahlert & U. Sandfuchs (Hrsg.), Handbuch Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik (S. 142-152). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.